DG8 in Tokio: Enger Austausch öffentlich-rechtlicher Medien

Im Mittelpunkt standen die wachsenden Herausforderungen für öffentlich-rechtliche Medien. Die Teilnehmenden aus den Medienorganisationen sprachen über globale Unsicherheiten, den schnellen Wandel der Medienmärkte sowie steigende finanzielle und strukturelle Belastungen. Ein klares Ergebnis des Treffens: Die internationale Zusammenarbeit soll weiter ausgebaut werden. Ziel ist ein noch engerer Austausch und eine bessere Nutzung gemeinsamer Stärken.
Vertrauen und Medienfreiheit
Die DG8-Mitglieder unterstrichen die Bedeutung von verlässlichem, unabhängigem Journalismus. In vielen Regionen gerät Medienfreiheit zunehmend unter Druck, gleichzeitig verbreiten sich ungeprüfte Informationen rasant. Internationale Kooperationen öffentlich-rechtlicher Medien leisten hier einen wichtigen Beitrag zur Stärkung demokratischer Werte und zur globalen Stabilität.
Besondere Aufmerksamkeit galt außerdem der Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten. Die Teilnehmenden verwiesen auf wachsende Bedrohungen weltweit und betonten, wie wichtig wirksame Schutzmaßnahmen sind, um den Zugang zu glaubwürdigen Informationen langfristig zu sichern.
Plattformen
Mit Blick auf veränderte Mediennutzung machten die Mitglieder deutlich, dass öffentlich-rechtliche Medien ihre Inhalte noch gezielter zu den Menschen bringen müssen. Sie wollen überall dort präsent sein, wo Nachrichten gesucht werden – insbesondere, wenn verlässliche Orientierung gefragt ist.
Vor diesem Hintergrund tauschten sich die Teilnehmenden auch über den internationalen Diskurs zu Regeln für digitale Plattformen aus. Entscheidend seien Reichweite und Sichtbarkeit auf zentralen globalen Plattformen, damit Nachrichtenangebote und Berichterstattung in Krisensituationen möglichst viele Menschen erreichen. Die DG8 vereinbarten, den Dialog zu diesen Fragen weiterzuführen und zu vertiefen, inklusive der Beziehung zwischen öffentlich-rechtlichen Medien und den Plattformen.
Künstliche Intelligenz
Ein weiterer Schwerpunkt war die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Diskutiert wurde, dass KI zur Verbreitung von Desinformation beitragen und professionellen Journalismus an Sichtbarkeit verlieren lassen kann – obwohl viele KI-Systeme bereits heute intensiv journalistische Inhalte nutzen.
Gleichzeitig hoben die Mitglieder das Potenzial neuer Technologien hervor. KI könne Effizienz und Innovation fördern, müsse aber klaren Leitlinien folgen. Transparenz und Vertrauen seien dabei zentrale Voraussetzungen.
Krisenreaktion
Die DG8-Mitglieder bekräftigten die besondere Verantwortung internationaler öffentlich-rechtlicher Medien in Krisen. Bei Naturkatastrophen oder Konflikten, wenn lokale Medien oder Kommunikationsnetze ausfallen, seien schnelle, verlässliche Informationen entscheidend für den Schutz der Bevölkerung.
Zum Abschluss des Treffens verständigten sich die Teilnehmenden darauf, ihre Zusammenarbeit weiter zu stärken. Öffentlich-rechtliche Medien sollen auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben – als weltweit anerkannte Akteure für faktenbasierte Berichterstattung. Der Vorsitz der DG8 wurde von NHK WORLD-JAPAN an den BBC World Service übergeben.
Am Treffen der DG8 ("Director-Generals of Eight") in Tokio nahmen teil:
ABC International (Australien), BBC World Service (Vereinigtes Königreich), CBC/Radio-Canada (Kanada), Deutsche Welle (Deutschland), France Médias Monde (Frankreich), NHK WORLD-JAPAN (Japan) und SWI swissinfo.ch (Schweiz). Diese Organisationen verbreiten weltweit unabhängige, professionell recherchierte und verifizierte Nachrichten über Fernsehen, Radio und digitale Plattformen. Die U.S. Agency for Global Media, zuständig für die internationalen öffentlich-rechtlichen Medienangebote der USA, war aus internen organisatorischen Gründen nicht vertreten.