DW Documentaries: Wachstum mit internationalem Fokus | Presse | DW | 09.11.2022
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Presse

DW Documentaries: Wachstum mit internationalem Fokus

365 Sendeplätze pro Jahr, mehrere preisgekrönte Dokumentarfilme sowie erfolgreiche Video-on-Demand-Kanäle und fast elf Millionen Abonnent*innen über alle Plattformen hinweg.

Tim Klimeš, Head of Documentaries, erläutert die Strategie seiner Abteilung und den neuesten DW-Dokumentarfilm "Klassik unterm Hakenkreuz".

Wie hat DW Documentaries sein globales Publikum aufgebaut?

TK: Während in der Vergangenheit überwiegend nationale Produktionen im Rahmen des Doku-Programms liefen, hat das Team in den vergangenen Jahren das Profil zunehmend internationalisiert. Das Doku-Portfolio ist mittlerweile so international wie das Team selbst; die fast 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Documentaries kommen aus der ganzen Welt und nutzen ihre kulturelle und sprachliche Vielfalt zur Bereicherung des Programms. Hinzu kommen rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Adaption, die im Juli 2021 zu uns gestoßen sind. 

Auf welchen Plattformen sprechen Sie Ihr Publikum an?

TK: Das Team der Abteilung Documentaries produziert Inhalte für unsere YouTube-Kanäle in fünf Sprachen, was unsere Produktionen mit zu den erfolgreichsten Video-on-Demand-Angeboten der DW macht. Wir interagieren auch auf Facebook und Instagram mit unserem Publikum. Angetrieben wird dieser Erfolg vom anhaltenden Boom rund um Langformate, Dokumentationen und Dokumentarfilme werden weltweit immer beliebter.

Wir haben eine hohe Interaktionsrate auf all unseren Kanälen und zwischenzeitlich fast 11 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten. Das Hindi-Angebot beispielsweise, das im September 2021 an den Start ging, wächst rasant und verzeichnet bereits durchschnittlich mehr als zwei Millionen Videoaufrufe pro Monat. In Indien gibt es ein enormes Wachstumspotenzial. 

Um die wachsenden Aufgaben – sei es in der Redaktion, Planung, Adaption oder im Community Management – zu bewältigen, sind in den letzten Monaten mehrere neue Kolleginnen und Kollegen zum Team gestoßen.

Welche Dokumentationen sind am erfolgreichsten?

TK: Die Abteilung nutzt ausgewählte Eigenproduktionen, um das Profil der DW mit Dokumentationen wie dem Zweiteiler "Gandhis Vermächtnis: Wohin steuert Indien?" zu stärken, der im vergangenen August zum 75. Jahrestag der indischen Unabhängigkeit veröffentlicht wurde. In Deutschland waren die Filme zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung die meistgesehenen Dokumentationen in der ZDF-Mediathek, während unser Publikum in Asien sie auf dem neuen DW Documentary-Kanal auf Hindi finden konnten. 

Außerdem gibt es die neue DW-Dokumentationsreihe "Guardians of Truth / Kampf um die Wahrheit" mit Can Dündar. Die erste Episode wurde dieses Jahr am Internationalen Tag der Pressefreiheit in Berlin vor 200 Gästen uraufgeführt, darunter Intendant Peter Limbourg und der damalige Botschafter Mexikos in Deutschland. Die zweite Folge der Serie ist in Produktion und bringt Can Dündar mit der belarussischen Exilpolitikerin Swetlana Tichanowskaja zusammen.  

Zudem hat der kürzlich erschienene Dokumentarfilm "More Life", eine Koproduktion mit DW Transtel, zahlreiche Preise auf internationalen Filmfestivals gewonnen und steht derzeit auf der Shortlist für die diesjährigen AIB Awards.

In diesem Monat folgt "Klassik unterm Hakenkreuz: Der Maestro und die Cellistin von Auschwitz" von DW-Regisseur Christian Berger. Der Film schildert anhand von zwei gegensätzlichen Biografien die Bedeutung der klassischen Musik im so genannten Dritten Reich. Die dramaturgischen Eckpfeiler sind die Geschichten und Schicksale von Anita Lasker-Wallfisch und Wilhelm Furtwängler: Auf der einen Seite eine junge deutsche Jüdin, die nach Auschwitz deportiert wurde und nur dank ihres musikalischen Talents überlebte, auf der anderen Seite ein international gefeierter Dirigent, der sich mit Hitler und seinen Helfern arrangierte. Für den Dokumentarfilm wurde historisches Filmmaterial aufwendig digital restauriert und sorgfältig koloriert.

Können Sie uns mehr über das Profil der Abteilung sagen?

TK: Natürlich würden wir gerne mehr Eigenproduktionen machen, um das Profil der Abteilung weiter zu schärfen, aber wir haben nur begrenzte finanzielle Mittel. Wir besetzen jedes Jahr 365 lineare Sendeplätze, etwa 70 Prozent der Dokumentationen im Programm kommen aus dem internationalen Lizenzgeschäft, nur noch 20 bis 25 Prozent übernehmen wir aus dem Programm von ARD und ZDF. Der Rest des Jahresprogramms besteht aus Ko- und Eigenproduktionen.

Seit April 2022 haben wir zudem neue Sendeplätze für lange Dokumentarfilme mit internationalen Standardlängen von 86 und 52 Minuten. Diese Entwicklung war ein Ergebnis unserer Internationalisierungsstrategie und eine direkte Reaktion auf den großen Erfolg der eineinhalbstündigen DW-Dokumentation über Angela Merkel, "Angela Merkel – Kanzlerin in Krisenzeiten ", die die Abteilung im vergangenen Jahr produziert hat.

Wie messen Sie die Wirkung der DW-Inhalte und ermitteln die Bedürfnisse Ihrer Zielregionen?

TK: In der Kommunikation mit den Nutzerinnen und Nutzern auf den Kanälen stellen wir ein enormes Bedürfnis nach Wissen und Hintergrundinformationen fest. Wettbewerbsanalysen von Audience Development, zum Beispiel im Rahmen des aufschlussreichen Tubular-Labs-Projekts, haben unserem Planungsteam neue Perspektiven eröffnet. Nicht viele internationale Sender können ein so breites Spektrum an Dokumentarfilmen aus ihrem eigenen Repertoire anbieten – komplett adaptiert in mehreren Sprachen.