Evaluationsbericht 2025: DW steigert Relevanz und Reichweite

Der Bericht analysiert die Umsetzung der Aufgabenplanung 2022–2025 und zeigt: In einer zunehmend komplexen Welt behauptet sich die DW als globale Stimme für unabhängige Information und Meinungsfreiheit. Die von der Deutschen Welle publizierte Evaluation basiert auf externem Sachverstand, internationalen Studien und umfassenden Nutzendenbefragungen. Sie beleuchtet die journalistische Qualität, die strategische Weiterentwicklung sowie die Wirkung der DW in ihren Zielmärkten. Die DW gilt demnach als zuverlässiges internationales Medium mit ausgezeichneter Regionen-Kenntnis und als glaubwürdige Informationsquelle für Nutzende weltweit. Auch stärken DW-Angebote laut der Forschungsergebnisse Debattenkultur, Dialog, Meinungsvielfalt und die Unterstützung demokratischer Prinzipien in den jeweiligen Zielregionen.
Barbara Massing, Intendantin der DW: "Diese Evaluation macht deutlich, dass unsere Strategie aufgeht: Wir erfüllen unseren Auftrag unter zunehmend schwierigen globalen Bedingungen. Die Ergebnisse fließen nun direkt in die Aufgabenplanung für die Jahre 2026 bis 2029 ein. Unser Ziel bleibt klar: Die Deutsche Welle soll die führende Stimme der Freiheit aus Europa werden. Dazu brauchen wir gerade in Zeiten von massiver Desinformation, gezielter Nutzung von Künstlicher Intelligenz für Fakes, der Verunsicherung in liberalen Demokratien und zunehmender digitaler Abschottung autoritärer Staaten die notwendige Ausstattung."
Reichweite und Relevanz gesteigert
Trotz angespannter Rahmenbedingungen wie zunehmend zensierten Märkten konnte die DW ihre wöchentliche Nutzung auf 337 Millionen Menschen weltweit steigern. Das entspricht einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber 2021. Besonders stark ist die DW in den Zielregionen Subsahara-Afrika, Asien und im englischsprachigen Raum.
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Bedeutung unabhängiger journalistischer Angebote für Russland, die Ukraine und Osteuropa erheblich gesteigert. 2022 musste die DW ihr Büro in Moskau auf Anordnung der Regierung schließen und ihre redaktionelle Arbeit aus dem Exil in Riga fortsetzen. Ihre Inhalte sind in Russland blockiert, und sie wurde als sogenannter „ausländischer Agent“ eingestuft. Trotzdem verzeichnet die DW eine hohe Nutzung ihrer russischsprachigen Angebote – insbesondere über weitgehende zensurresistente Plattformen wie Telegram und YouTube oder durch die Nutzung von Zensurumgehungsmaßnahmen wie VPN-Lösungen oder dem Tor Browser. In der Ukraine konnte die DW ihre Präsenz durch den Ausbau des Standorts in Kyjiw stärken. Laut einer Studie im Sommer 2024 erreicht die DW mit ihren Angeboten zehn Prozent der Erwachsenen in der Ukraine.
Ein Schwerpunkt der Berichterstattung liegt insbesondere seit dem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 auf dem Nahostkonflikt. Das arabischsprachige Angebot der DW leistet mit seiner ausgewogenen Berichterstattung weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Meinungsvielfalt in der Region.
Angesichts zunehmender Desinformation und Zensur, schwindender Pressefreiheit und insbesondere des Rückzugs internationaler Partner wie der US-Auslandsmedien sei eine nachhaltige Stärkung der DW essenziell, so der Bericht.
Regionalisierung und lokale Präsenz
Mit einer klaren Strategie zur Regionalisierung ihrer Angebote reagiert die DW auf die gestiegenen Informationsbedürfnisse ihrer Zielgruppen weltweit. 2021 wurde das Sprachangebot der DW um Tamil und Ungarisch auf nun 32 Sprachen erweitert. Neue Formate wie Bae-Sharm Isha (Hindi), Afrimaxx (Subsahara-Afrika) oder Frau, wuikuda? (Osteuropa) sprechen gezielt junge und vor allem weibliche Meinungsbildnerinnen und Meinungsbildner an. Die DW hat ihre Vor-Ort-Kapazitäten in den letzten vier Jahren ausgebaut und neue Standorte in Jerusalem, Jakarta und Kinshasa eröffnet.
Digitale Transformation und KI-Einsatz
Die DW hat ihre digitale Transformation konsequent vorangetrieben. Neue Formate, plattformspezifische Angebote und der strategische Ausbau von On-Demand-Inhalten und Social-Media-Kanälen, etwa auf TikTok und Telegram, stärken die Präsenz bei jungen Zielgruppen. Ein interdisziplinäres Fact-Checking-Team reagiert auf die wachsende Verbreitung von Desinformation mit mehrsprachigen Faktenchecks zu globalen Krisen, KI-generierten Inhalten und politischer Propaganda. Mit dem in Kooperation entwickelten Software-Tool "plain X" zur automatisierten Übersetzung und Untertitelung journalistischer Inhalte, stärkt die DW den ethischen und effektiven KI-Einsatz im redaktionellen Alltag. Tools zur Zensurumgehung sollen Nutzenden in zensierten Märkten Zugang zu unabhängigen Informationen ermöglichen. Auch in der Verwaltung der Deutschen Welle wurden Prozesse digitalisiert und erste KI-Nutzungen integriert.
Internationale Kooperationen und Distributionsstrategie
Die DW setzt auf enge Kooperationen mit internationalen Partnern wie BBC World, France Médias Monde und ANSA. Gemeinsame Projekte wie das türkischsprachige Videoformat +90, das Informationsportal InfoMigrantsoder das europäische Jugendprojekt ENTR stärken die Reichweite und fördern den Austausch über europäische Werte. Mit "DW Premium" bietet die DW maßgeschneiderte Inhalte für ihre wichtigsten Distributionspartner und bindet diese noch stärker an sich.
DW Akademie: Medienentwicklung weltweit
Die DW Akademie konnte ihre Rolle als eine der weltweit führenden Organisationen für Medienentwicklung weiter festigen. In rund 70 Ländern fördert sie Medienkompetenz, Pressefreiheit und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Medienhäusern. Die Evaluation belegt die hohe Wirksamkeit ihrer Projekte, insbesondere in Zeiten wachsender Desinformationskampagnen und hybrider Kriegsführung.
Der Bericht steht unten als PDF-Version zum Download bereit.