DW und RFI România starten Pilotprojekt in Moldau

Die DW startet zusammen mit RFI România und lokalen Medien in der Republik Moldau eine gemeinsame Informationsoffensive, um unabhängigen Journalismus zu stärken und Desinformation entgegenzuwirken.

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Bild: DW

Am 28. September wählt die Republik Moldau ein neues Parlament – in einem polarisierten politischen Klima und unter dem Einfluss gezielter Desinformationskampagnen, insbesondere aus dem russischen Einflussbereich. Vor diesem Hintergrund bündeln DW und RFI România, ein Tochterunternehmen des französischen Auslandssenders France Médias Monde mit Sitz in Bukarest, in einer ersten Pilotphase ihre Kräfte, um den Zugang zu verlässlichen Informationen zu fördern. Diese Initiative ergänzt die verstärkte Berichterstattung von RFI România über Moldau in rumänischer Sprache, sowohl im Radio als auch online, insbesondere durch das Format „Moldova Zoom“. 

Mit der unklaren Lage von Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) in Moldau ist zudem ein großes Vakuum in der unabhängigen Informationsversorgung entstanden. RFE/RL wurde zuletzt mit insgesamt 142,2 Millionen Euro finanziert (Geschäftsjahr 2024), im Mai 2025 strich die US-Regierung die Finanzierung. Die Kooperation zwischen DW und RFI România versteht sich als ein erster Schritt, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken – mit dem Ziel, langfristig tragfähige europäische Medienstrukturen in der Region zu fördern.

Peter Limbourg, Intendant der DW: „Gerade in einem Land wie der Republik Moldau, das im Spannungsfeld geopolitischer Interessen steht, ist unabhängiger Journalismus von zentraler Bedeutung. Wo sich andere internationale Akteure zurückziehen, braucht es dringend europäische Initiativen – und auch die entsprechenden Ressourcen –, um die Resilienz im Informationsraum zu stärken. Diese Kooperation ist ein erster Schritt, aber um nachhaltige Wirkung zu erzielen, braucht es deutlich mehr Engagement. Unser Ziel ist es, den Menschen Zugang zu verlässlichen Informationen zu ermöglichen – als Grundlage für eine informierte Meinungsbildung und eine starke demokratische Gesellschaft.” 

Marie-Christine Saragosse, Präsidentin und Generaldirektorin von France Médias Monde: „Mit der neuen täglichen Sendung ,Moldova Zoom’ und einer stärkeren digitalen Präsenz will RFI România – das in Rumänien und Moldau eine große Hörerschaft hat und dort sieben UKW-Frequenzen betreibt, darunter eine in Chișinău – eine umfassende Berichterstattung über die Nachrichten aus Moldau bieten. Die Partnerschaft mit der DW unterstützt dieses Vorhaben und ermöglicht dem Publikum in der Region durch diese europäische Medienkooperation Zugang zu professionellen, ausgewogenen und unabhängigen Informationen.” 

Formate und Umsetzung

Im Rahmen des Pilotprojekts entstehen ausgewählte journalistische Inhalte auf Rumänisch und Russisch, die gezielt auf die Informationsbedürfnisse der moldauischen Bevölkerung eingehen. Ein Reporter-Tandem von DW und RFI România besucht verschiedene Regionen des Landes, um Stimmen aus der Bevölkerung einzufangen – insbesondere in politisch sensiblen Gebieten wie Gagausien und entlang der ukrainischen Grenze. 

Ergänzend werden kurze digitale Formate auch auf Rumänisch und Russisch produziert, darunter Videos für Social Media, die aktuelle Themen verständlich und lebensnah aufbereiten. Ein Fokus liegt dabei auf der Einordnung von Desinformation und der Vermittlung europäischer Werte – insbesondere für ein junges Publikum. 

Zudem werden Beiträge der DW punktuell in das Programm des öffentlich-rechtlichen Senders Moldova 1 eingebunden, um europäische Perspektiven zu Themen wie Migration, Sicherheit und EU-Erweiterung sichtbar zu machen.