Literatur der Welt: Andrzej Stasiuk, Polen

In der Reihe „Literatur der Welt“ präsentiert die Deutsche Welle am Dienstag, 14. Oktober 2003, 19.00 Uhr, Funkhaus der Deutschen Welle, Kurt-Schumacher-Straße 3, Bonn, den Schriftsteller Andrzej Stasiuk aus Polen.

Er wird aus seinen Werken lesen. Den deutschen Text trägt Angela Fischer, ehemals "Kom(m)ödchen" (Düsseldorf) vor.

Stasiuk gilt in Polen als wichtigster jüngerer Gegenwartsautor. Er debütierte 1992 mit dem Erzählband "Mury Hebronu" ("Die Mauer von Hebron"), in dem er über seine Gewalterfahrung im Gefängnisalltag schreibt. Mit seinem Roman "Der weiße Rabe" (1994, dt.: 1998) wurde der 43-jährige auch international bekannt.

"Die Welt hinter Dukla" (1997, dt.: 2000) ist Stasiuks bisher erfolgreichstes Buch. In seiner Heimat wurde es als bestes Prosawerk der letzten Jahre gefeiert. Der Autor schildert hier die "melancholisch-schönen und erdigen Geschichten über die Einwohner eines Dorfes am Rande der Karpaten" aus einem "poetisch-metaphysischen Blickwinkel" (DIE WELT).

Stasiuks Erzählband "Die Mauern von Hebron" (1992, dt.: 2003) liegt seit Anfang 2003 auch in deutscher Sprache vor. In seinem autobiographisch fundierten Erstlingswerk beschreibt er mit brutaler Offenheit den Alltag im Gefängnis, wie er ihn Anfang der 1980er Jahre als Deserteur der Armee erlebt hat. "Andrzej Stasiuik wird nicht zu Unrecht als Lichtgestalt der polnischen Gegenwartsliteratur gehandelt, doch hüte man sich, den Dämon zu verniedlichen, der sich in seinem Schreiben umtreibt. Früher oder später wird er seine Fratze wieder erheben." (NZZ)

Bei seiner Lesung in der Deutschen Welle wird Andrzej Stasiuik aus seinen Werken "Die Mauern von Hebron" und "Das Land hinter Dukla".

Das musikalische Rahmenprogramm gestaltet der Pianist Przemyslaw Rogala, Musikhochschule Köln. Karten können telefonisch reserviert werden, Telefon 0228-429.2559, Fax .2564.

Zur Person

Andrzej Stasiuk, Jahrgang 1960, geboren in Warschau/Polen.

1980 eingezogen in die Armee, desertierte nach neun Monate, wurde deshalb für anderthalb Jahre inhaftiert und schildert seine Hafterlebnisse in seinem ersten Erzählband "Mury Hebronu" ("Die Mauern von Hebron"), der 1992 erschien.

Andrzej Stasiuk ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er lebt mit seiner Familie seit 1986 in Wlowiec, einem Bergdorf in den Beskiden.

Er ist freier Mitarbeiter bei der Zeitschrift "Czas Kultury" und bei der Tageszeitung "Tygodnik Powszechny".

1996 gründete Stasiuk seinen eigenen Verlag (Wydawnictwo Czarne).

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