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Politik

Mahnung in Nagasaki zu Welt ohne Atomwaffen

10. Juli 2022

Der Bombenabwurf auf die japanische Stadt ist mittlerweile fast 77 Jahre her. Am Ort des furchtbaren Geschehens hält Bundesaußenministerin Annalena Baerbock ein eindringliches Plädoyer für den Abbau atomarer Waffen.

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Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bei der Besichtigung des Atombomben-Museums in Nagasaki
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bei der Besichtigung des Atombomben-Museums in NagasakiBild: Britta Pedersen/dpa/picture alliance

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat bei einem Besuch des Atombomben-Museums im japanischen Nagasaki eindringlich für eine Welt ohne Atomwaffen geworben. Der Angriff auf Nagasaki vom 9. August 1945 sei ein Mahnmal dafür, gemeinsam an einer Welt ohne Atomwaffen zu arbeiten, "auch wenn wir davon sehr weit entfernt sind", sagte Baerbock zum Auftakt ihres zweitägigen Antrittsbesuchs in Japan. Auch wenn gerade in jüngster Zeit die Zahl der Atomwaffen weltweit eher zu- als abgenommen habe, sei es für die Bundesregierung wichtig, sich weiterhin "für Frieden und eine Welt ohne Atomwaffen" stark zu machen.

"In der derzeitigen Weltlage alles andere als einfach"

Nagasaki und die japanische Stadt Hiroshima stünden wie keine anderen Orte "für absolute Vernichtung und Krieg" und als Symbolorte für die Mahnung vor dem Einsatz von Atomwaffen, betonte die Grünen-Politikerin weiter. Die Bundesregierung unterstütze die Abrüstung, "auch wenn das in der derzeitigen Weltlage alles andere als einfach ist", erklärte Baerbock vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf Initiativen wie den Atomwaffen-Verbotsvertrag, an dem Deutschland erstmals als Beobachter teilnehme, und den Nichtverbreitungsvertrag, bei dem aktiv an nuklearen Abrüstungsschritten gearbeitet werde.

Das Museum zeigt Exponate, die in Zusammenhang mit dem Atombomben-Abwurf am 9. August 1945 auf Nagasaki stehen. Etwa 70.000 Menschen wurden damals direkt getötet, weitere 75.000 erlitten Verletzungen und/oder lebenslange Schädigungen
Das Museum zeigt Exponate, die in Zusammenhang mit dem Atombomben-Abwurf am 9. August 1945 auf Nagasaki stehen. 70.000 Menschen wurden damals direkt getötet, weitere 75.000 erlitten Verletzungen und/oder lebenslange Schädigungen Bild: Britta Pedersen/dpa/picture alliance

Zuvor hatte Baerbock das Museum zum Gedenken an den US-Atombombenabwurf auf Nagasaki besucht und einen Kranz niedergelegt. Zudem traf sie sich mit einem Überlebenden der Atombombenexplosion. Allein in Nagasaki wurden damals etwa 70.000 Menschen durch direkte Einwirkung der Bombe getötet, 75.000 weitere wurden verletzt. Drei Tage zuvor hatten die USA bereits die japanische Stadt Hiroshima durch eine Atombombe mit geringerer Sprengkraft verwüstet. Unter dem Eindruck der Zerstörungen kapitulierte das japanische Kaiserreich am 15. August 1945.

Nach dem Museumsbesuch diskutierte die deutsche Ministerin mit Studierenden der Nagasaki Junshin Catholic University über Friedenspolitik und Globalisierung. Die Hochschule wurde 1950 als reine Frauenuniversität von einem katholischen Orden gegründet. Er ist auf dem Gebiet der Mädchen- und Frauenbildung tätig und betreibt ein Pflegeheim für Überlebende des Atombombenangriffs. Inzwischen werden auch männliche Bewerber aufgenommen.

Politische Gespräche am Montag in Tokio

Zum Abschluss ihres Asienbesuchs wird Baerbock am Montag in der Hauptstadt Tokio erwartet. Dort will sie bei ihrem Antrittsbesuch unter anderem ihren Kollegen Yoshimasa Hayashi zu einem Gespräch treffen. Im Mittelpunkt werde die Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit gerade mit Blick auf die deutsche Indopazifik-Politik stehen, kündigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes an.

sti/kle (dpa)