Deutsche Welle: Stabile Nutzungszahlen trotz Zensur in vielen Ländern | Presse | DW | 17.11.2022
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Presse

Deutsche Welle: Stabile Nutzungszahlen trotz Zensur in vielen Ländern

Mit 291 Millionen globalen Nutzendenkontakten pro Woche bleibt die Nutzung der DW-Programmangebote trotz Sperrung von Ausspielwegen in mehreren Ländern stabil.

Die Video-Angebote der DW machen 225 Millionen aus, Audio-Content 52 Millionen und Text-Inhalte 14 Millionen.

Eingriffe in die Pressefreiheit 

Technische Blockaden von Ausspielwegen sind keineswegs Neuland für den deutschen Auslandssender, sie betreffen allerdings immer mehr und immer größere Medienmärkte. Die Strategie der DW, in Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit verstärkt auf digitale Plattformen zu setzen, erleichtert es Usern, sich weiterhin zu informieren. Teilweise ist dafür der Einsatz von Tools zur Zensurumgehung – wie dem Tor-Browser, eines VPN-Zugangs oder der DW-App – notwendig.    

In Russland wurden nach der von den Behörden erzwungenen Schließung des DW-Büros in Moskau Anfang Februar sämtliche Kanäle der DW gesperrt. Kurzzeitig schlug sich der Wegfall der TV-Angebote in einem Rückgang der Nutzungszahlen nieder, in den darauffolgenden Monaten fing die steigende Nutzung der Online- und Social-Media-Angebote diesen jedoch auf.  

Ende Juni sperrte die türkische Medienaufsicht RTÜK den Zugang zur DW-Webseite. Auch hier erholte sich durch eine strategische Verlagerung auf die Sozialen Medien, insbesondere YouTube und Instagram, das Nutzungsniveau.   

In Iran, wo seit Jahren alle Ausspielwege der DW blockiert sind, stiegen kurz nach dem Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini im September und den darauffolgenden Protesten vor allem die Videoabrufe von DW Persian deutlich an. Eine längerfristige Prognose für Iran kann die DW derzeit nicht treffen, da für alle Nachrichtenanbieter aktuell Instagram nur eingeschränkt nutzbar ist.  

Berlin DW-Intendant Peter Limbourg

DW-Intendant Peter Limbourg

Intendant Peter Limbourg kritisiert die Eingriffe der Behörden in vielen Ländern und bezeichnet sie als "dauerhafte Anschläge auf die Pressefreiheit". Limbourg: "Seit Jahren und in immer mehr Ländern behindern oder blockieren Regierungen den Zugang zu unabhängigen Informationen. Die Situation ist sehr besorgniserregend – aber erfreulicherweise sind wir ihnen mit unseren innovativen Lösungen häufig einen Schritt voraus. Unser Publikum kann sich auf uns verlassen."

Erfolgreich in vielen Sprachen – vor allem in den Sozialen Medien 

Die erfolgreichsten drei der insgesamt 32 Sendesprachen der DW sind Englisch, Spanisch und Arabisch. In allen Sprachen und Regionen – mit Ausnahme von Subsahara-Afrika – werden Videoinhalte am stärksten nachgefragt.  

Die Nutzung von Video-Content findet vor allem bei TV-Partnern (93 Mio. Nutzendenkontakte), die Programmangebote der DW übernehmen, sowie auf digitalen Plattformen (YouTube 32 Mio., Facebook 31 Mio., Instagram 11 Mio., TikTok 8 Mio.) statt. Das höchste Wachstum verzeichnen dieses Jahr YouTube (+6 Mio.) und TikTok (+7 Mio.).  

JaafarTalk aus dem jordanischen Flüchtlingslager Zatari

Moderator der arabischsprachigen Show JaafarTalk: Jaafar Abdul Karim.

Die erfolgreichsten Facebook-Accounts sind die arabischsprachigen Kanäle JaafarTalk und DW Arabia. Auf YouTube stechen die englischsprachigen DW News, der spanischsprachige Account DW Espanol sowie die Kanäle DW Documentary und DW Documental auf Englisch beziehungsweise Spanisch hervor. Auf Instagram sind es die Albasheer Show auf Arabisch, das türkischsprachige Angebot von +90 sowie bislang der inzwischen im Iran gesperrte Account von DW Persian.

Acting Managing Director of Programming Nadja Scholz: "Die DW hat vor einigen Jahren begonnen, ihre Angebote für die weltweit sehr heterogenen Medienmärkte auf die digitalen Plattformen zuzuschneiden, um dem Nutzungsverhalten unserer überwiegend jungen, überdurchschnittlich gebildeten Zielgruppen zu entsprechen. Diese Strategie zahlt sich jetzt aus."

Nadja Scholz, Acting Manager of Programming

Nadja Scholz

In Lateinamerika erreicht die DW zwölf Millionen Nutzende mehr als noch im Vorjahr, vorrangig durch die Steigerung von Teilprogramm-Übernahmen und TV-Schalten von DW-Journalistinnen und Journalisten mit Sendern in Mexiko, Venezuela und Brasilien. 

Subsahara-Afrika ist die einzige Zielregion der DW, in der bislang mit 46 Millionen Zuhörenden noch die Audionutzung dominiert. Doch auch hier nimmt die Nachfrage nach Video-Content seit Jahren stetig zu.

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