1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
KonflikteNordkorea

Südkorea: Nordkorea feuert erneut Raketen ab

19. Juli 2023

Den Angaben aus Seoul zufolge handelte es sich um zwei ballistische Raketen. Die Geschosse fielen demnach vor der Ostküste der koreanischen Halbinsel ins Meer. Kurz zuvor war ein US-Atom-U-Boot in Südkorea angekommen.

https://p.dw.com/p/4U6Mo
Südkoreas Fernsehen berichtet über den jüngsten nordkoreanischen Raketentest
Südkoreas Fernsehen berichtet über den jüngsten nordkoreanischen RaketentestBild: Jung Yeon-je/AFP

Die beiden ballistischen Kurzstreckenraketen seien nahe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert worden, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Sie seien etwa 550 Kilometer weit geflogen, bevor sie im Meer östlich der koreanischen Halbinsel landeten. Die Angaben stimmen mit der Einschätzung des japanischen Militärs überein, wonach die Raketen außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans ins Meer gestürzt sind.

Erstmals seit mehr als 40 Jahren wieder ein US-Atom-U-Boot in Südkorea

Die Raketenstarts erfolgten kurz nach dem Eintreffen des US-amerikanischen Atom-U-Boots USS Kentucky im südkoreanischen Hafen Busan. Angesichts erhöhter Spannungen mit Nordkorea hatten die USA und ihr Verbündeter Südkorea im April vereinbart, ihre militärische Zusammenarbeit zu verstärken. Dazu gehöre auch die Verlegung eines mit Atomwaffen bestückten U-Boots der US-Marine nach Südkorea, hatten beide Seiten mitgeteilt. Zuletzt war ein US-Atom-U-Boot 1981 in einen südkoreanischen Hafen eingelaufen.

Die atomgetriebene USS Kentucky trifft in Südkorea ein
Die atomgetriebene USS Kentucky trifft in Südkorea einBild: YONHAPNEWS AGENCY/picture alliance

Es war erwartet worden, dass dieser Schritt eine Reaktion Nordkoreas hervorrufen würde. Pjöngjang protestiert entschieden gegen die Stationierung von US-Atomwaffen um die koreanische Halbinsel.

Internationale Sanktionen - für Pjöngjang kein Hinderungsgrund

Der südkoreanische Generalstab verurteilte die neuen Raketenstarts als "erhebliche Provokation" und klaren Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Das abgeschottete Nordkorea baut seit Jahren sein Waffenprogramm aus und unterliegt deshalb internationalen Sanktionen. Auch die Erprobung von ballistischen Raketen ist untersagt. Diese können je nach Bauart mit einem Atomsprengkopf bestückt werden. 

Nach einer beispiellosen Serie von Raketentests 2022 hat Nordkorea auch in diesem Jahr schon wieder mehrfach atomwaffenfähige Raketen gestartet. Erst vergangene Woche hatte die selbst ernannte Atommacht Nordkorea nach Angaben der Führung in Pjöngjang eine neuartige Langstreckenrakete mit Feststoffantrieb getestet.

qu/fw (dpa, afp, rtr, ap)