Untersuchung von Antisemitismus-Vorwürfen gegen DW-Mitarbeitende eingeleitet, Betroffene werden freigestellt | Presse | DW | 03.12.2021
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Presse

Untersuchung von Antisemitismus-Vorwürfen gegen DW-Mitarbeitende eingeleitet, Betroffene werden freigestellt

Die DW hat eine unabhängige externe Untersuchung der in einem Zeitungsartikel erhobenen Vorwürfe gegen einige Mitarbeitende der Arabisch-Redaktion sowie freie Mitarbeitende der DW im Ausland beauftragt.

"Zur Durchführung der unabhängigen Untersuchung konnte die DW mit der ehemaligen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und dem Psychologen Ahmad Mansour zwei für diese Aufgabe besonders profilierte Persönlichkeiten gewinnen", so Intendant Peter Limbourg. "Ich danke den beiden für ihre Bereitschaft, zu einer schnellen Aufklärung in dieser für die DW schwierigen Situation beizutragen."

Alle Mitarbeitenden der DW sind gehalten, sich nach innen wie nach außen loyal gegenüber den Werten und Strategien der DW zu verhalten. Zu diesen Prinzipien gehören das deutliche Bekenntnis der DW zum Existenzrecht Israels sowie eine klare Haltung gegen Antisemitismus. Das gilt auch für private Profile in den Sozialen Medien.

"Sicher sind die Vorwürfe, die hier erhoben werden, sehr ernst zu nehmen, und es ist gut, dass die Geschäftsleitung der DW das auch so sieht. Die mir übertragene Aufgabe verlangt jedoch, sich dieser mit Offenheit, Neutralität und dem gebührenden Respekt und Verantwortungsbewusstsein anzunehmen", sagt Ahmad Mansour.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger betont: "Die Werte und Prinzipien, die man mit der Arbeit der Deutschen Welle verbindet, müssen von allen auch verstanden und gelebt werden. Die hier beschriebenen Verstöße gegen diese Haltung wiegen schwer, und das macht die sorgfältige Überprüfung so wichtig."

Das Mandat der unabhängigen Untersuchung umfasst die rückhaltlose Aufklärung der bekanntgewordenen Vorfälle, die Prüfung möglicher Versäumnisse innerhalb der Organisation sowie die Empfehlung von präventiven Maßnahmen für die Zukunft. Die betroffenen Mitarbeitenden sind für den Zeitraum der Untersuchung freigestellt.

Die Geschäftsleitung der DW wird basierend auf dem Ergebnis der Prüfung unverzüglich entsprechende Konsequenzen ziehen.

Deutschland Religion l Ahmad Mansour, Psychologe l Projekt Moscheen für Integration

Psychologe Ahmad Mansour

Ahmad Mansour

ist Diplom-Psychologe und Autor aus Berlin. Als junger Palästinenser in Israel geboren, ist Ahmad Mansour beinahe radikaler Islamist geworden. Heute zählt er zu den wichtigsten Islamismus-Experten Deutschlands. 2018 gründete Mansour eine Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention, die Projekte und Schulungen im Bildungs- und Integrationsbereich sowie mit der Polizei und in Justizvollzugsanstalten durchführt. Mansour engagiert sich beharrlich gegen Antisemitismus. 2015 erschien sein Buch "Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen", im August 2018 folgte "Klartext zur Integration – Gegen falsche Toleranz und Panikmache". Sein drittes Buch "Solidarisch Sein! Gegen Rassismus, Antisemitismus und Hass" erschien im Oktober 2020. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2013 den AJC Ramer-Preis für Courage In The Defense Of Democracy und 2014 den Moses-Mendelssohn-Preis. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ehrte Mansour 2015 als ersten Muslim mit der Josef-Neuberger-Medaille für seine besonderen Verdienste um die jüdische Gemeinschaft. 2019 erhielt Mansour den Menschenrechtspreis der Gerhart-und-Renate-Baum-Stiftung.

NRW-Antisemitismusbeauftragte l Sabine Leutheusser-Schnarrenberger,

Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

wurde 1990 für die FDP in den Deutschen Bundestag gewählt und zwei Jahre darauf Bundesministerin der Justiz. Später war sie als Abgeordnete unter anderem rechtspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion und zwischen 2001 und 2002 sowie von 2005 bis 2009 stellvertretende Fraktionsvorsitzende. In der 17. Wahlperiode wurde Leutheusser-Schnarrenberger abermals zur Bundesjustizministerin berufen. Seit Januar 2019 ist sie ehrenamtliche Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen. Ihr Büro ist in der Staatskanzlei der Landesregierung in Düsseldorf. Mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie Ansprechpartnerin für Betroffene. Sie unterstützt gesellschaftliche Initiativen gegen Antisemitismus und setzt sich für präventive Maßnahmen gegen Antisemitismus ein.